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Grußwort des polnischen Botschafters Dr. Marek Prawda zur Ausstellung „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“

Der polnische Botschafters Dr. Marek Prawda

Es gibt wohl kein Ereignis in der europäischen Geschichte, das tiefere Spuren hinterlassen hat als der Zweite Weltkrieg. Dies betrifft die physischen Auswirkungen, mehr aber noch das kollektive Gedächtnis und die Traumata der Gesellschaften und Individuen, die unter dem Krieg gelitten haben. Von den insgesamt etwa 12 Millionen Menschen, die während des Krieges zur Arbeit in Deutschland zwangsverpflichtet wurden, waren es allein etwa 2,8 Millionen Polen, die nach dem deutschen Überfall im September 1939 auf den Feldern und in den Rüstungsfabriken die deutsche Kriegswirtschaft aufrecht erhielten. Seit 65 Jahren erzählen wir uns in den Familien, in denen die Großeltern in irgendeinen Teil Deutschlands deportiert worden waren, diese Geschichte immer wieder aufs Neue, in unterschiedlichen Variationen.

Die Erinnerung daran ist ein lebendiger Prozess, der wach gehalten werden muss. Jetzt können die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter von einst den jungen Generationen unmittelbar klar machen, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit niemals vergessen werden dürfen. Auch aktuelle Diskussionen zeigen immer wieder, wie schwierig es sein kann, Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln und den alten Wunden keine neuen hinzuzufügen. Die Ausstellung „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ hilft dabei, einen sensiblen Umgang miteinander zu finden.

Die Europäische Union wird erst dann zu einer europäischen Gesellschaft werden können, wenn sich dieser bewusste Umgang mit der Geschichte als allgemein anerkannte Grundlage etabliert. Die Zukunft können wir nur gemeinsam meistern, wenn wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Dies schließt überall die Bereitschaft ein, lieb gewonnene Interpretationen aufzugeben und vielleicht unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren.

Das Projekt „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ leistet einen unverzichtbaren Beitrag dafür, dass nicht nur Deutsche und Polen ein gegenseitiges Verständnis füreinander entwickeln und dass auf der Basis des Respekts vor den Opfern des Nationalsozialismus ein gemeinsames europäisches Gedächtnis entstehen kann. Wir sind neugierig auf diese sehr wichtige Ausstellung und auch darauf, wie sie vom deutschen Publikum aufgenommen wird. Ich hoffe, dass dieses Projekt ein großer Erfolg wird. Ein Erfolg im Sinne eines aufgeklärten, zukunftsorientierten Europas.

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Kooperationspartner und Unterstützer





















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Weiterführende Links zum Thema

1. Zwangsarbeit

Zwangsarbeit im NS-Staat: Portal des Bundesarchivs und Haftstättenverzeichnis der Stiftung EVZ

Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerung und Geschichte: Zeitzeugeninterviews im Onlinearchiv der Freien Universität Berlin

Cinematographie des Holocaust: Filmdatenbank des Fritz-Bauer-Instituts, Frankfurt a. M.

Tschechische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter: Der Opferverband Lebendige Erinnerung e. V., Prag

Briefe ehemaliger sowjetischer Kriegsgefangener (Kontakte - Kontakty e. V., Berlin)

Zwangsarbeit bei LEMO (Deutsches Historisches Museum, Berlin)

Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg: Internationale Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora

Erinnerung bewahren: Ausstellung über polnische Zwangsarbeiter der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung

Zwangsarbeit im Rheinland und Westfalen: Ausstellung des Historischen Centrums Hagen

Zwangsarbeit in der Kirche: Projekt des Bistum Limburg

Zwangsarbeit in Rheinland-Pfalz: Projekt der Universität Mainz und der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Zwangsarbeit in Niedersachsen: Projekt der Geschichtswerkstätten Duderstadt und Göttingen

Zwangsarbeit in Berlin: Projektdokumentation der Berliner Geschichtswerkstatt

Zwangsarbeit in Berlin: Förderverein des Begegnungs- und Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide

Zwangsarbeit im Rhein-Neckar-Raum: Projekt der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried

Polnische Zwangsarbeiter im Schwarzwald: Deutsch-Polnisches Geschichtsprojekt des Schwarzwald-Gymnasiums, Triberg

Zwangsarbeit in Göttingen: Projekt des Stadtarchivs Göttingen

Zwangsarbeit in Hamburg: Projekt der Landeszentrale für Politische Bildung Hamburg, der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und des Freundeskreises KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Zwangsarbeit in Gersthofen: Projekt des Paul-Klee-Gymnasiums Gersthofen

Zwangsarbeit in Hameln: Projekt von Bernhard Gelderblom

Zwangsarbeit in Berlin-Kreuzberg: Online-Dokumentation des Kreuzbergmuseums, Berlin

Französische Zwangsarbeiter: Dokumentation von Helga Bories-Sawala

Zwangsarbeit von Mädchen und Frauen

Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter: Online-Dokumentation der Universität Bremen

Lernen aus der Geschichte: Bildungsportal mit Schwerpunk und Materialien zu Nationalsozialismus und Holocaust

 

2. Flick-Konzern

Fall 5. Der Nachfolgeprozess Flick in Nürnberg: Dokumentation der Stadt Nürnberg

Fall 5: Originalaufnahmen aus den Nürnberger Prozessen (Robert H. Jackson Center, New York)

United States vs. Friedrich Flick: Enzyklopädie des United States Holocaust Memorial Museum, New York

Flick im Dritten Reich: Forschungsprojekt des Instituts für Zeitgeschichte, München-Berlin

Flick im 20. Jahrhundert: Forschungsprojekt der Universität Jena

Die zweite Karriere des Friedrich Flick: Ein Radiofeature von Matthias Fink (Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Die Kunst des Sammelns: Eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Flick-Collection, Anti-Flick-Connection Berlin

Spurensuche Verbrechen der Wirtschaft 1933-1945: Ein Projekt der VVN/BdA Nordrhein-Westfalen

Braunbuch: Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik Deutschland und in Westberlin (von 1968)