Projektgruppe ZwangsarbeitProjektgruppe Zwangsarbeit

Wenn das Wirkliche, das Nahe, das Alltägliche in Form von Namen, Gesichtern und Geschichten Teil einer Rückschau ist, wird die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu einer emotionalen, zu einer beeindruckenden Erfahrung.

Dies ist die Leitlinie für das bundesweite Ausstellungsvorhaben der Projektgruppe „Zwangsarbeit“. Die geplante Wanderausstellung unter dem Titel „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ (AT) soll in kleineren Städten und Gemeinden in ganz Deutschland zu sehen sein. Sie soll durch individuelle, auf den Ausstellungsort bezogene Details eine Unmittelbarkeit und Tiefe erreichen, die einen direkten und nachhaltigen Zugang zu den Inhalten erst ermöglicht.

Ziel ist es, mit diesem Ausstellungskonzept die Arbeit der kommunalen Historiker zu fördern, ungeahnte Schätze aus den lokalen Archiven zu bergen, die Bürger vor Ort intensiv in die Entstehung der ortspezifischen Ausstellungsteile zu involvieren um letztlich politische Aufklärungs- und Bildungsarbeit zu leisten, die bis dato in zu vielen Fällen nicht erbracht wurde.

Die Wanderausstellung besteht aus einem Basismodul, das vor allem die Dimension und die Motivation dieser massiven Menschenrechtsverletzungen verdeutlicht. Aus bereits vorhandenen Regionalausstellungen und historischen Dokumentationen werden Teile zu einer etwa 14 Schautafeln umfassenden Schau zusammengefügt. Dieses zentrale Modul wird die Grundlage dafür schaffen, dass der zweite, ortsbezogene Teil der Ausstellung eingeordnet werden kann.

Der zweite, kleinere Part der Ausstellung soll von Historikern vor Ort zusammen mit engagierten Bürgern, Schülern und Stadt-Archivaren zum Teil selbst erarbeitet werden. Dieser Regionalteil der Schau beschäftigt sich mit den ortsspezifischen Zwangsarbeiter-Geschichten. Die Projektgruppe „Zwangsarbeit“ steht hierbei beratend und koordinierend zur Seite. Der Historiker-Beirat soll lenkend eingreifen und die erarbeiteten Ergebnisse wissenschaftlich abnehmen.

Die gesamte Schau ist mit insgesamt etwa 25 Schautafeln und einigen Videostationen bewusst für relativ kleine Räume konzipiert (z. B. das Foyer des Rathauses oder die Aula einer Schule). Das Konzept hebt sich durch seine Direktheit ganz bewusst von den üblichen stylisch-urbanen und TV-gerechten Kulturhappenings ab. Die Ausstellung „NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“ soll ein Angebot darstellen, ein gesichertes Fundament bilden, das motiviert, sich vor Ort dieser Aufklärungsarbeit anzunehmen.

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Zwangsarbeiterinnen in der Landwirtschaft mit deutschem Aufseher
Zwangsarbeiterinnen in Oberroth, Bayern / Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung

Zwangsarbeit bei Warschau, 1941 / Bundesarchiv, Bild 101I-134-0768-09, Fotograf: Ludwig Knobloch
Zwangsarbeit bei Warschau, 1941 / Bundesarchiv, Bild 101I-134-0768-09, Fotograf: Ludwig Knobloch

Hinrichtung eines Zwangsarbeiters in Nordostbayern
Hinrichtung eines polnischen Zwangsarbeiters in Nordostbayern / KZ-Gedenkstätte Flossenbürg